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Türdurchbruch

Türdurchbruch – Anleitung und Tipps

Bevor man daran denken kann, mit einer neuen Tür die Nutzungsmöglichkeiten und das Raumgefühl in einer Wohnung zu verbessern, muss man abklären, ob die rechtlichen und technischen Möglichkeiten dafür gegeben sind. Vor allem in einer Mietwohnung sollte man mit dem Hausbesitzer vertraglich festlegen, ob ein Türdurchbruch erlaubt wird und ggf. ein Rückbau bei Beendigung des Mietverhältnisses verlangt wird. Auch sollte darüber Einigkeit bestehen, ob man als Mieter die erforderlichen Arbeiten selbst durchführen darf oder Fachhandwerker damit beauftragt werden sollen. Im letzteren Fall ist die Klärung der Kostenfrage besonders wichtig!

Durchführung eines Türdurchbruchs

Die technische Durchführung eines Türdurchbruchs bedarf ebenfalls einer sorgfältigen Vorplanung. Nicht nur die Stelle des Durchbruchs selbst muss passend und funktionell ausgesucht werden, sondern man muss überlegen, nach welcher Seite die zukünftige Tür aufschlagen soll und ob – besonders bei breiten Türen – der Platz für das in den Raum ragende Türblatt vorhanden ist. Ebenso muss geklärt werden, ob die Fußbodenhöhe in den zu verbindenden Räumen gleich ist oder ob eine Schwelle oder gar eine Stufe eingeplant werden muss.

Welches Werkzeug ist hilfreich?

Die Beschaffenheit der Wand bestimmt das weitere Vorgehen und das benötigte Werkzeug. Eine halbsteinige, massive, nicht tragende Wand von normaler Zimmerhöhe und ohne Leitungen bereitet keinerlei Probleme. Zollstock und Wasserwaage zum exakten Einmessen, ein großkalibriger Schlagbohrer – hilfreich besonders für eine erste Erkundung der räumlichen Verbindung, Hammer und Meißel zum Beseitigen des Putzes und Lösen des Mauerwerks sowie ggf. eine Trennscheibe zum Aufschneiden von beplankten oder gefliesten Wandflächen und das Abschneiden von Mauersteinen reichen aus als Werkzeug.

An Material muss bereit stehen: je nach Türbreite mindestens zwei feste Stützen zur Sicherheit gegen sich lösende Steine, bevor der Sturz (als Betonfertigteil, Kantholz oder Stahlprofil) eingebaut ist, Holzkeile zum Festkeilen der Zarge oder des Blendrahmens und Montierschaum zum Dichten der Fuge zwischen Türrahmen und Mauerwerk. Mörtel zum Beiputzen, Wandfarbe und/oder Abdeckleisten werden zum Abschluss gebraucht.

Türdurchbruch

Türdurchbruch ©iStockphoto/lolostock

Vorsicht bei tragenden Wänden!

Diese einfachen Arbeiten können sich jedoch erheblich ausweiten, wenn die zu durchbrechende eine tragende Wand ist, einen ganzen Stein dick oder zweischalig gebaut ist, wie z.B. bei dem Bruchsteinmauerwerk alter Häuser, das häufig zwischen den gemauerten Schalen nur eine lose Schüttung aus unvermörtelten Steinen und Lehm aufweist. Auch kann eine Fachwerk- oder Ständerbauweise ein Verschieben des Durchbruchs erzwingen, wenn ein tragender Stiel im Bereich der öffnung steht. Nur in Ausnahmefällen wird man sich zu einem Wechsel entschließen, der die Lasten auf die benachbarten Tragelemente verteilt – jedenfalls gehören diese Arbeiten in die Hände des Fachmannes. Generell erfordert der Durchbruch tragender Wände einen entsprechend starken Sturz, und man muss sich überlegen, ob man mit dem Gewicht hantieren kann oder lieber zwei schmale Stürze neben einander legt.

Auch für das Um- und Neuverlegen von Elektro- und Wasserleitungen gilt, die Hilfe von Fachleuten in Anspruch zu nehmen. Eine so vorbereitete Baustelle kann man anschließend allein weiter führen.

Das Einsetzen der Tür erfordert keine Fachkenntnisse, wenn man sich einer Zarge mit allen Beschlägen und fertigem Türschloss bedient. Entschließt man sich dagegen für die Maßanfertigung einer Blendrahmentür mit Futter und Bekleidung und einzeln angebrachten Beschlägen, so sollte man diese Arbeiten einem gelernten Schreiner anvertrauen!