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Wie erkenne ich eine tragende Wand?

Wie erkenne ich eine tragende Wand?

Wer ein altes Haus erworben hat oder weitreichende Veränderungen in den eigenen vier Wänden plant, kommt in den meisten Fällen um einen Mauerdurchbruch nicht herum. Hierdurch können neue Raumsituationen geschaffen werden. Die nötigen Arbeitsschritte sollten in keinem Fall ohne Fachkenntnis durchgeführt werden. Wenn eine tragende Wand eingerissen wird, gefährdet dies die gesamte Statik des Hauses und kann einen Einsturz des Gebäudes zur Folge haben.

Fachmann hinzuziehen

Problematisch wird ein solches Unterfangen, wenn es sich um ältere Häuser handelt. Diese wurden oft nicht nach den heute gültigen Grundsätzen der Statik gebaut. Trotz alledem kann anhand einiger Gesichtspunkte in Erfahrung gebracht werden, wie tragende von nichttragenden Wänden unterschieden werden können. Wer sich nicht sicher ist, sollte unbedingt einen Statiker oder Architekten zu Rate ziehen. In der Regel sind alle vorhandenen Außenwände auch tragende Elemente. Sie dürfen nicht abgerissen werden, ohne zuvor einen Fachmann befragt zu haben. Wände, welche in jedem Fall bedenkenlos abgerissen werden können, sind Zwischenwände aus Gipsdielen oder Trockenbauwände. Gemeint sind ebenfalls Elemente aus Gipskarton auf Metallprofilen oder Holzrahmenschenkeln. Da in solchen Wänden Wasser- oder Elektroleitungen verlaufen können, sollte man dies zuvor überprüfen. So kann kostspieligen Schäden entgegengewirkt werden.

Wand einreissen

Wand einreissen ©iStockphoto/Volodymyr Kyrylyuk

Tragende Wand erkennen

Wer tragende Wände in älteren Häusern erkennen möchte, sollte auf eine geschossweise übereinander liegende Position achten. Falls im Geschoss unter oder über der fraglichen Wand an derselben Stelle nicht auch eine Wand oder Stütze steht, kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass diese Wand nicht tragend ist. Wer die Wandstärke misst, sollte bei den nötigen Arbeitsschritten nicht vergessen, dass die Putzstärke miteinbezogen werden muss. Wenn eine Mauer über eine Stärke von 17,5 cm oder mehr verfügt, kann mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass es sich um eine tragende Wand handelt.

Die anfallenden Kosten für Fachleute

Um sicher gehen zu können, ob eine tragende Wand vorliegt, sollten fachkundige Personen hinzugezogen werden. Die Kosten für ein solches Gutachten können je nach Menge der vorhanden Beschädigungen und erneuter Begutachtung nach der Beseitigung der Schäden variieren. Ein Zimmerermeister kann ebenfalls in Anspruch genommen werden. Im Idealfall besitzt man die Baupläne des betreffenden Hauses. In diesem sind die tragenden Wände verzeichnet.

Was man tun sollte, wenn eine tragende Wand beschädigt wurde

In diesem Fall muss neben dem Hinzuziehen eines Fachmanns das gesamte Geschoss umgehend abgestützt werden, um einen Einsturz zu verhindern. Anschließend muss der Architekt oder Statiker den Riss oder die Beschädigung genau in Augenschein nehmen. In manchen Fällen kann eine Ausbesserung der Wand genügen. Bei vorangeschrittenen Beschädigungen muss die Wand vollständig erneuert werden. Bei der Verwendung von Stützen oder Pfosten sollte nicht gespart werden, da dies mitunter hohe Folgekosten nach sich ziehen kann.